„Dann mach ich das halt mit KI“ – KI Content ohne Fachwissen wird teurer, als du denkst

Eine Kundin hat mir neulich erzählt, sie habe ihre komplette Website an einem Wochenende mit KI neu texten lassen. Ich dachte mir: wow es ist schneller, günstiger, also warum nicht. Bei einem Blick darauf konnte man feststellen, dass das Ergebnis professionell klang, aber sie merkte selbst schnell: Es hätte genauso gut von jeder anderen Anbieterin in ihrem Feld stammen können. Am Ende haben wir gemeinsam mehr Zeit investiert, um herauszuarbeiten, was tatsächlich zu ihr passt, als es gekostet hätte, es gleich richtig anzufangen. Das ist leider kein Einzelfall und auch kein Grund, KI zu meiden. Es ist ein Hinweis darauf, was KI tatsächlich braucht, um zu funktionieren.

Garbage in – Garbage out

KI ersetzt nicht die Klärung, was dich als Anbieterin unterscheidet. Sie verstärkt nur, was bereits da ist. Mit klarer Positionierung und Zielgruppen-Wissen als Grundlage liefert KI präzisen und durchaus brauchbaren Content. Aber ohne dieses Fundament liefert sie nur generische Texte, die sich später aufwendig nachbearbeiten lassen. Und genau diese Nacharbeit macht „das mach ich halt mit KI“ am Ende teurer, als es gewesen wäre, das Fundament vorher zu klären.

„Das mach ich halt mit KI“ klingt häufig nach der günstigeren Lösung

Der Gedanke ist nachvollziehbar: Ein Tool, das binnen Sekunden einen fertigen Text liefert, wirkt wie die logische Abkürzung gegenüber wochenlanger Positionierungsarbeit. Die Rechnung scheint einfach – Zeit gespart, Kosten gespart. Diese Rechnung geht aber nur dann auf, wenn das Ergebnis am Ende auch tatsächlich verwendbar ist, ohne dass es aufwendig korrigiert werden muss.

Genau hier liegt der Hund begraben: die KI wird wie ein Ersatz für die eigene Positionierungsarbeit behandelt, dabei ist sie eigentlich ein Verstärker dessen, was ihr an Input gegeben wird. Ist die eigene Positionierung längst klar, kann KI daraus in Sekunden Varianten, Formulierungen und Strukturen liefern. Ist sie es nicht, liefert KI genauso schnell generischen, unpersönlichen Text – nur eben schneller generisch, als man es von Hand geschafft hätte.

Der Vergleich mit einem Werkzeug hilft hier: Ein scharfes Messer hilft einem erfahrenen Koch schneller zu arbeiten. In ungeübten Händen schneidet dasselbe Messer genauso schnell – nur eben öfter in den Finger. Die Geschwindigkeit des Werkzeugs verändert nicht, ob die zugrunde liegende Fähigkeit vorhanden ist. Bei KI ist es ähnlich: Sie beschleunigt, was bereits an Klarheit da ist und beschleunigt genauso zuverlässig, was an Klarheit fehlt.

KI-Content ohne Fachwissen wird austauschbar

Ein Sprachmodell erzeugt Text auf Basis von Mustern, die in unzähligen Texten davor bereits vorkamen. Ohne, dass du eine klare Vorgabe machst, wofür genau du stehst, was dich von anderen im selben Feld unterscheidet und welche eigene Erfahrung hinter deiner Expertise steckt, wählt das Modell die wahrscheinlichste, also damit auch die durchschnittlichste Formulierung. Das Ergebnis liest sich meistens sprachlich einwandfrei, sagt aber nichts, was nicht auch zehn andere Anbieterinnen im selben Feld sagen könnten.

Das zeigt sich besonders deutlich bei Über-mich-Texten, Angebotsbeschreibungen und den kostenlosen Give-Aways: Ohne eine konkrete Vorgabe greift die KI auf die immer gleichen langweiligen und generischen Bausteine zurück – „leidenschaftlich“, „individuell“, „auf Augenhöhe“ – Wörter, die in praktisch jeder Branche vorkommen und dadurch nichts mehr aussagen. Die Sprache klingt zwar geschliffen, aber genau diese Geschliffenheit macht sie so austauschbar: Ein makelloser, aber generischer Text ist am Ende schwerer zu erkennen und zu korrigieren als ein holpriger, aber ehrlicher.

KI Content ohne Fachwissen wird teurer, als du denkst - Einzigartigkeit
Das lässt sich inzwischen sogar empirisch nachweisen: Eine Untersuchung nutzte die zeitweise ChatGPT-Sperre in Italien 2023 als natürliches Experiment und verglich Social-Media-Beiträge von Unternehmen davor, während und danach. Das Ergebnis: KI-generierter Content konvergiert messbar – ohne eigene, klare Vorgaben gleichen sich unterschiedliche Anbieter in ihrer Sprache und ihren Inhalten zunehmend an, statt sich zu unterscheiden.

Warum die Nacharbeit teurer wird als die Klärung vorher

Generischer Content fällt selten sofort auf: er liest sich flüssig, wirkt professionell und hat meistens keine offensichtlichen Fehler. Das Problem zeigt sich erst später: in ausbleibenden Anfragen – aus in einer Positionierung, die sich austauschbar anfühlt, obwohl „doch alles drinsteht“. Genau dieses Muster kennt die Reihe bereits: Wenn eine Personal Brand technisch einwandfrei wirkt, aber trotzdem nicht funktioniert, liegt das fast nie an der Umsetzung – ob von Hand oder mit KI erstellt macht dabei keinen Unterschied.

Die Korrektur im Nachhinein kostet in der Regel mehr als die ursprüngliche Klärung gekostet hätte – zeitlich und oft finanziell. Erst muss erkannt werden, dass der Content nicht funktioniert – was oft erst nach Wochen oder Monaten ausbleibender Anfragen auffällt. Dann muss herausgearbeitet werden, was eigentlich fehlt, was im Normalfall eine gründlichere Positionierungsarbeit erfordert als am Anfang, weil zusätzlich der bereits veröffentlichte, unpassende Content wieder eingesammelt und ersetzt werden muss. Erst danach kann der Content überhaupt neu geschrieben werden – diesmal mit der Klarheit, die von Anfang an gefehlt hat. Unterm Strich wurde damit nicht nur keine Zeit gespart, sondern zusätzlich Zeit für den doppelten Weg investiert.

Falls du unsicher bist, ob bei dir gerade eher die Positionierung selbst oder ein anderes Muster fehlt, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Der kostenlose Diagnose-Guide Raus aus der Anfänger-Schleife hilft dabei, in 10 Minuten einzuordnen, woran es bei dir gerade hakt.

Was KI tatsächlich braucht, um gut zu funktionieren

KI-Content wird nicht durch mehr Technik besser, sondern durch besseren Input. Genau das leisten klar definierte Content-Säulen: Wer bereits weiß, wofür er steht und welche wiederkehrenden Themenfelder dazu gehören, kann KI gezielt mit genau diesem Fachwissen füttern und bekommt dadurch Ergebnisse, die tatsächlich nach einem selbst klingen, statt nach dem Durchschnitt aller ähnlichen Anbieterinnen.

Mit diesem Fundament wird KI vom Risiko zum echten Effizienzgewinn: Sie kann auf Basis eines klaren Kerns Varianten testen, Formulierungen vorschlagen und Entwürfe beschleunigen – das sind dann Aufgaben, bei denen sie tatsächlich Zeit spart, weil die eigentliche Denkarbeit bereits erledigt ist.

    Kurzer Check, bevor du KI ranlässt

    • Kannst du in einem Satz benennen, wofür du stehst und was dich von anderen im selben Feld unterscheidet?
    • Hast du der KI diese Information tatsächlich mitgegeben oder nur ein allgemeines Thema?
    • Würdest du den generierten Text auch dann für glaubwürdig halten, wenn er unter dem Namen einer Mitbewerberin stünde?

      Ein erster Ansatzpunkt

      Bevor du das nächste Mal KI für einen Text nutzt, schreib vorher einen Satz auf: „Das Besondere an meinem Angebot/meiner Perspektive ist …“. Gib genau diesen Satz als Teil deines Prompts mit. Der Unterschied im Ergebnis zeigt dir sofort, wie viel dieser eine Satz tatsächlich ausmacht.

      Der nächste Schritt

      Ob bei dir gerade die eigene Positionierung oder ein anderes Muster dafür sorgt, dass Content – ob von Hand oder mit KI – austauschbar bleibt, musst du nicht allein herausfinden. Der kostenlose Diagnose-Guide Raus aus der Anfänger-Schleife zeigt dir in 10 Minuten, welches Muster gerade bei dir greift.

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